9. H-O-T-Region-Bioenergiedorf

Rüsselhausen feiert Einweihung des Nahwärmenetzes

2. Niederstettener Bioenergiedorf gewinnt Heizenergie autonom  

24 Haushalte und das Dorfgemeinschaftshaus beziehen ihre Wärmeenergie aus der örtlichen Biogasanlage. Jetzt ist die Ortschaft mit ihren rund 140 Einwohnern ganz offiziell zum „Bioenergiedorf Rüsselhausen“ ernannt worden.

 Damit ist Rüsselhausen bereits das zweite  Niederstettener Bioenergiedorf, im gesamten Main-Tauber-Kreis das 5. - und in der Bioenergie-Region  Hohenlohe-Odenwald-Tauber, kurz H-O-T, Bioenergiedorf Nummer 9, wie H-O-T-Geschäftsführer Sebastian Damm bei der Einweihung des Nahwärmenetzes erläuterte.

Hoch zufrieden ist das Geschäftsführer-Trio Reinhold Pflüger, Annette Schindler und Herbert Wolfart, das die im Marz 2014 gegründete „Bioenergie Rüsselhausen GbR“ mit ihren 24 Gesellschaftern leitet. Der Weg zum Bioenergiedorf bedurfte eines Kraftaktes der gesamten Ortschaft: 1.670 Meter Leitungen wurden verlegt, dazu rund vier Kilometer Datenkabel und zwei Kilometer Leerrohre, um schon mal vorzubauen für den erhofften Anschluss an die Datenautobahn.

„In 80 Tagen um die Welt, das schaffen wir zwar nicht – aber dass wir in 85 Tagen ein Nahwärmenetz legen können, das haben wir gezeigt,“ so Bernd Andörfer von der Firma Steinbrenner, die die Leitungstrassen verlegte. Perfekt Hand in Hand gearbeitet hat die Firma mit dem  Sanitär- und Heizungsbaufachbetrieb Schülke, der etliche Hausanschlüsse realisierte.

Rolf Schülke und Bernd Andörfer schwärmten gemeinsam mit ihren Teams regelrecht von der reibungslosen Kooperation und den Mittagspausen im Bauwagen. Und sie ergänzten, dass der ganze Ort die Mitarbeiter aufgenommen habe. So eine herzliche Versorgung finde man selten.

Irgendwie wird es seltsam sein, wenn die Firmen nicht mehr im Ort arbeiten: „Man hätte die Jungs fast adoptieren können“, so Ortsvorsteherin und GbR-Geschäftsführerin Annette Schindler, in deren Privatwohnzimmer immer wieder Besprechungen bei Kaffee und Kuchen stattfanden.

Der Ort scheint seit den ersten Vorgesprächen im Niederstettener Rathaus und in Rüsselhausen selbst enger zusammengewachsen zu sein – und das trotz anfänglicher Sekpsis, wie sich  H-O-T-Geschäftsführer Damm erinnert. Wie es gelang, die Einwohner mitzunehmen auf dem Weg zum Bioenergiedorf, begeisterte auch Daniel Lindorfer von der REHAU AG. Der Rohrwerkstoff- und Dimensionierungsspezialist überreichte einen Originalrohr-Abschnitt: Damit kann man anschaulich machen, was ansonsten, da in der Erde steckend, nicht mehr zu sehen ist.

 Rohrstück

Damit man auch künftig noch zeigen kann, was unterirdisch die lokal erzeugte Wärme verteilt, überreichte Daniel Lindorfer dem Geschäftsführer der Bioenergie Rüsselhausen GbR Reinhold Pflüger ein Stück Originalrohr.

Ein kurzer Blick zurück: Auf die erste Bürgerversammlung im November 2011 folgte zeitnah eine Fragebogenaktion zur Ermittlung des Energiebedarfs im Ort. Ein Glücksfall war es, dass Fördermittel der Bioenergieregion die Finanzierung der Machbarkeitsstudie ermöglichten. Als die vorlag, sei die ehrenamtliche Arbeitsgruppe nicht mehr zu bremsen gewesen:

Wie hier die Ärmel hochgekrempelt wurden, verdiene „ganz große Anerkennung,“ so H-O-T-Geschäftsführer Damm. Keineswegs selbstverständlich sei es, dass sich eine Ortsgemeinschaft in der heutigen Zeit einer solchen Aufgabe stelle, die ja einige Jahre in Anspruch nehme.

Damms Fazit: Rüsselhausen habe „alles richtig gemacht, indem der Ort auf die Nutzung der Abwärme setzte.“ Wärme verbrauche immerhin rund zwei Drittel der Energie, es sei also ein sehr effizienter Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes geleistet worden. „Glück auf“ wünschte der Geschäftsführer der H-O-T-Region dem frisch gebackenen Bioenergiedorf, ehe er das neue Ortsschild „Bioenergiedorf Rüsselhausen“ offiziell überreichte.

 

Rüsselhausen 

Das Bioenergiedorf Rüsselhausen startet in die Zukunft – mit weniger CO2-Ausstoß und deutlich mehr Autonomie. Ortsschildübergabe - Einhellige Freude: Sebastian Damm, Geschäftsführer der H-O-T-Bioenergie-Region (Mitte), überreichte das neue Ortsschild.

Auf diesen Titel ist auch Bürgermeister Rüdiger Zibold stolz: „Mit der Gründung der Bioenergie Rüsselhausen GbR wurde ein Meilenstein gesetzt.“ Dass die Kommune selbst  nicht Gesellschafter werden konnte, liegt an der komplizierten  kommunalrechtlichen Gemengelage, die Städten zwar die Möglichkeit zur Mitgliedschaft in einer GmbH gibt, Mitgliedschaften in Gesellschaften bürgerlichen Rechts jedoch skeptisch beurteilt. „Es war uns wichtig, das Dorfgemeinschaftshaus ans neue Nahwärmenetz anzuschließen, auch um als Vorbild voranzugehen“, so Zibold, Bürgermeister einer Kommune, die als Modellstadt des Landes Baden-Württemberg für ganzheitliche Gemeindeentwicklung ein besonderes Augenmerk auf erneuerbare Energien setzt: Schule, Sporthalle und K.U.L.T werden mit Hackschnitzeln, das Rathaus mit Pellets beheizt, eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit Bürgerbeteiligung und die energiesparende Umrüstung der öffentlichen Beleuchtung markieren ebenso wie das nunmehr zweite Bioenergiedorf Entwicklungsschritte.

Auch die Sparkasse Tauberfranken, die als Finanzierungspartner den Umbau zum Bioenergiedorf begleitete, überbrachte Glückwünsche:,Regionaldirektor Aleksander Dino Trslic gratulierte zum Unternehmermut. Gern unterstütze man auch als Bindeglied zwischen Gesellschaftern und Förderinstituten bei Vorhaben, die die Wertschöpfung in der Region halten.

Anschließend wurde die Einweihung im Gemeindehaus munter gefeiert, ganz so, wie sich's gehört,  wenn man zuvor so kräftig geschuftet hat.

 

Copyright: Inge Braune

14. Jun. 2015

Buslinie 960

Buslinie 960 wird zu Rufbus

Ab Montag, den 15.06.2015 wird die Linie 960 zwischen Niederstetten und Creglingen in Rufbusfahrten umgewandelt. Anbei finden sie die neuen Fahrpläne:

pdfFahrplanänderung Niederstetten - Creglingen

02. Jun. 2015

Gyrocopter-Besuch

Nachdem bereits seit wenigen Wochen zwei Tragkraftschrauber (sogenannte Gyrocopter) am Zivilflugplatz Niederstetten stationiert sind, nutzen auch Bürgermeister Rüdiger Zibold sowie André Beetz und Georg Keim vom Gewerbeverein die Gelegenheit, die beiden Gyrocopter mit ihren Piloten Sandra Bieberstein und Stefan Hirsch am Standort Niederstetten zu begrüßen.

Die Tragschrauber sind Drehflügler, die sich in ihrer Funktionsweise einem Hubschrauber ähneln. Der Rotor wird hier allerdings nicht durch ein Triebwerk, sondern durch den Fahrtwind in Drehung versetzt. Daher lässt sich der Gyrocopter auch problemlos landen, selbst wenn der Heckpropeller für den Vortrieb einmal ausfallen sollte. Das Fluggerät eignet sich besonders für Landschaftsaufnahmen oder die Erkundung der Regionen aus der Luft, da durch die relativ geringe Fluggeschwindigkeit auch einzelne Objekte näher betrachtet werden können. Wenn man also im Sinn haben, möglichst schnell von A nach B zu kommen, so sollte man lieber auf ein Flächenflugzeug zurückgreifen.

Mit glänzenden Augen schilderten die beiden Piloten die technischen Details ihrer Gyrocopter dem Besuch aus Rathaus und Gewerbeverein. Zunächst  noch nebenberuflich wollen die beiden Stück für Stück den Flugbetrieb beispielsweise für Fotoaufnahmen oder Erlebnisflüge ausbauen. Hierzu hat sich das Team ein kleines Büro im Untergeschoss des Flugplatzgebäudes eingerichtet, welches sie liebevoll ganz im Stil einer historischen Empfangshalle mit Antiquitäten ausgestattet haben.

Bürgermeister Zibold sowie Herr Beetz und Herr Keim vom Gewerbeverein begrüßten die beiden Piloten ganz herzlich am Flugplatz Niederstetten und hoffen auf Erfolg für das Kleinstunternehmen. Nach einem kurzen Regenschauer ließen es sich die Herren nicht nehmen, als Copilot mit dem Gyrocopter für eine kleine Südplatzrunde in die Wolken aufzusteigen.

Katholische Kirche Niederstetten
50-jähriges Jubiläum der Grundsteinlegung für St. Johannes
Gut besuchter Festgottesdienst mit Weihbischof Thomas Maria Renz   

 

Niederstetten Vor 50 Jahren legten Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde Niederstetten den Grundstein für ihre Pfarrkirche St. Johannes Evangelist. Mit einem von Weihbischof Thomas Maria Renz geleiteten Festgottesdienst und anschließendem Empfang im Gemeindehaus feierte die Gemeinde am Sonntag das Jubiläum.

Pfarrer Burkhard Keck freute sich, zum Pontifikalamt mit Bürgermeister Rüdiger Zibold, Gemeinderäten und Ortsvorstehern sowie Abgesandten von Vereinen und Verbänden auch Vertreter der bürgerlichen Gemeinde begrüßen zu können. Wie wichtig das Dach überm Kopf sei, sei wohl jedem bewusst, so Keck, der Kirchengebäude als „Dach über der Seele“ bezeichnete. Sehr dankbar sei man, so ergänzte  Weihbischof Thomas Maria Renz, denen, die vor fünf Jahrzehnten den Grundstein für das Glaubensgebäude legten. Sie schufen einen Raum, in dem Menschen zusammenkommen, um sich gegenseitig Halt zu geben im Glauben.

Zwar gehört die Kirche, blickt man auf die Geschichte des Christentums zurück, mit ihren gerade einmal fünfzig Jahren zur jüngsten Generation. Doch für die Gemeinde, so Renz auch mit Blick auf die Kinder, die am Gottdesdienst teilnahmen, gelte wohl, was auch für einzelne Menschen gelte: Die seien mit 50 schon gestandene Leute, die mitten im Leben stehen, bereits viel erlebt und schon einiges in ihrem Leben erreicht haben.

Mitten im Leben zu stehen, mit in den Begegnungen miteinander und mit dem Auferstandenen gewonnener Standfestigkeit im Glauben, das wünscht er auch der Niederstettener Johannes-Gemeinde. Dass die Kirche mitten im Ort auch ein fest in der bürgerlichen Gemeinde verwurzelter Teil Niederstettens ist, bestätigte beim an das Pastoralamt anschließenden Empfang auch Bürgermeister Rüdiger Zibold.

Im inhaltlichen Anschluss an die Lesung aus dem Lukas-Evangelium, das vom Bericht der Emmaus-Pilger über ihre Begegnung mit dem Auferstandenen Christus an die kleine trauernde Urgemeinde erzählt, kennzeichnete der Weihbischof Gemeinde als eine Erzähl-, Tisch- und Zeugengemeinschaft.    

Gemeinde und Gemeinschaft sei lebendig im Weitergeben des Erlebten – auch in der Tischgemeinschaft, die das Christentum in der Kommunion feiert. Dass die alltägliche Tischgemeinschaft im ganz gewöhnlichen Alltag oft verloren geht, bedauert Renz: Viel Kultur, Austausch und gegenseitige Anteilnahme gehe dadurch mit verloren, denn Tischgemeinschaft gebe eben nicht nur Nahrung für den Magen, sondern durch den Austausch auch Nahrung für die Seele und fürs Miteinander.

Es gelte, die Erzähl- und Tischgemeinschaft auch draußen im Leben zu praktizieren, so Renz. Konstituierend für die christliche Gemeinde sei auch Zeugenschaft, wie sie etwa Mutter Teresa verstand: Die Ordensfrau, die sich in Kalkutta der Ärmsten angenommen hat, empfahl, nur dann über den Glauben zu reden, wenn man danach gefragt werde – aber so zu leben, dass man gefragt werde.

Nach dem von Kirchenchor und Bläsern unter der Leitung von Hermann Josef Beyer festlich gestalteten Pontifikalamt feierte die Gemeinde das Jubiläum im Gemeindezentrum weiter. Mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick ordnete Kirchengemeinderat Adalbert Ruhnke den Bau historisch ein: Möglicherweise durch Bonifatius, vielleicht aber auch zuvor schon durch den Heiligen Kilian sei die Region – ausgehend von den beiden Urkirchen in Lauda und Oberstetten -  christianisiert worden. Früh entstand als Oberstettener Filialkirche ein erstes Gotteshaus am späteren Standort der Jakobskirche, die bis zur Reformation das einzige Gotteshaus in Niederstetten war.

In der Folge, so Ruhnke weiter, wurde die Stadt evangelisch - bis die katholischen Hatzfelder im 30-jährigen Krieg Schlossherren wurden. Sie errichteten die Schlosskirche, die auch unter den Herren von Hohenlohe-Jagstberg bis nach dem 2. Weltkrieg als Gotteshaus der katholischen Gemeinde diente. Durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen ab  1945  und durch den Zuzug von Bundeswehrangehörigen stieg die Zahl der Katholiken, die sich eine eigene Kirche wünschten.

Der Erwerb des Hofgarten-Areals war für die recht arme Gemeinde  schwierig – so schwierig, dass sie die fällige Grundsteuer nur mit Hilfe des Bistums bezahlen konnte. Der Bau der aus Betonfertigteilen errichteten Kirche erfolgte überwiegend ehrenamtlich – unter anderem mit engagierter Hilfe seitens der Bundeswehr, die die Bauarbeiten mit schwerem Gerät unterstützte, wie Niederstettens Bürgermeister Zibold in seinem Grußwort dankbar betonte. Zeitzeugen wissen weiteres: Auf der Baustelle, so ein Zeitzeuge, habe man immer wieder eine feste Gruppe angetroffen: Den Architekten, den Fürsten, den Pfarrer und den Standortkommandanten.

Der ordnete Soldaten als Bauhelfer ab; Standortangehörige  besorgten auch den Transport der vier Glocken. Eine von ihnen, die „Auferstehungsglocke“, hatte die evangelische Kirchengemeinde der katholischen Schwesterkirche gestiftet, in der Hoffnung, dass sich aus dem „Zusammenläuten“ ein „Zusammenkommen“ werde, wie die Chronik berichtet. 

Stadtpfarrer Rudolf Mayer seien Konzept und mach wichtige Verbindung zu danken, erinnern sich ältere Gemeindemitglieder: So habe Mayerer von einer Pilgerreise ins Heilige Land die Tabernakel-Rauchquarze vom Berg Sinai mitgebracht.

Auf das schlichte gotische Altarkreuz, das ein Ulmer Meister um 1450 für eine Franziskanerkirche gestaltet hatte, später außen an einem Bauernhaus eine Bleibe fand, verwies Ruhnke ebenso wie auf die ursprünglich in der heutigen Friedhofskapelle beheimatete gotische Madonna, eine Dauerleihgabe der Stadt Niederstetten. Zur alten Bildverkündigung gesellt sich im zeltartigen Gotteshaus Betonglaskunst des Baiersbronner Künstlers Günther Schmidt und der aus Ton gestaltete Kreuzweg der Koblenzer Künstlerin Edith Peres-Lethmate.

Bürgermeister Rüdiger Zibold überbrachte Grüße und Glückwünsche der gesamten Stadt Stadt,  Roland Silzle, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, rief den katholischen Mitchristen zu: „Gut, dass es euch gibt!“ Gut es es auch, nicht nur bezüglich der Bauten und des Geläuts in Sicht- und Hörweite beieinander zu sein.

Dem feierlich-frühlichen Jubiläum der Grundsteinlegung folgt bereits am kommenden Samstag ein weiteres Jubiläum: Dann feiert die Gemeinde im Rahmen eines besonderen Festkonzerts den 20. Geburtstag der Orgel, die an diesem Sonntag ihrem Dach überm Kopf gemeinsam mit den Bläsern, die auch schon bei Grundsteinlegung und Kirchenweihe musiziert hatten, Dank- und Jubelklänge widmete. 

©Inge Braune

14. Mär. 2015

Kampf um die L1001

Seit Jahren kämpft Gerhard Hauf, Ortsvorsteher von Vorbachzimmern, für eine Sanierung der L 1001. Die Landesstraße zwischen Schrozberg und Weikersheim ist teilweise in sehr schlechtem Zustand.

Jetzt hat Hauf die Ortschaftsräte aus Vorbachzimmern, Haagen und Laudenbach zusammengeführt - gemeinsam wurde eine Resolution an die grün-rote Regierung verabschiedet mit dem Ziel, den Zustand der Straße neu zu überprüfen und Sie in der Prioritätenliste weiter oben einzustufen.

 

Freiwillige Feuerwehr - „Seit Bestehen der Gesamtwehr noch nie so wenige Einsätze“

289 Aktive investierten viel Ausbildungs- und Übungszeit

Über 6.200 Stunden investierten die Aktiven 2014 in den Übungsdienst: Ein Einsatz, der sich lohnte, denn bei den insgesamt nur elf Einsätzen 2014 und in diesem Jahr bereits beim Brand in Pfitzingen erwies sich die Freiwillige Feuerwehr Niederstetten als schlagkräftiges Instrument. Entsprechend dankte Bürgermeisterstellvertreter Ulrich Roth für das ausgeprägte Engagement, von dem die Gemeinschaft nicht nur im akuten Gefahrenfall profitiert. Roth verwies auch auf Wach- und Sonderdienste bei Märkten und Festen und vergaß auch nicht, in seinen Dank die Nachbarwehren und die örtlichen Arbeitgeber einzuschließen, die bei Einsätzen ihre Mitarbeiter freistellen

Besonders könne sich die Gemeinde auch über die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Kinderfeuerwehr freuen, denn auch künftig sei es wichtig, genügend Menschen fürs ehrenamtliche und manchmal riskante Mittun  bei der Freiwilligen Feuerwehr zu finden.

Für den laufenden Betrieb habe die Stadt heuer 120.000 Euro eingeplant, 30 Prozent mehr Finanzmittel als im Vorjahr. Zugute kommen sollen sie unter anderem Gebäudemaßnahmen in  Vorbachzimmern und Niederstetten  sowie der Feuerwehrbedarfsplanung durch eine externe Firma. Im Bereich von Neuinvestitionen in Ausrüstung, Geräte, Dienstkleidung und Jugendfeuerwehr sind gut 46.000 Euro vorgesehen. Dringend hofft die Stadt auf Landeszuschüsse, um die Anschaffung von Tragkraftspritzenfahrzeugen für Adolzhausen und Vorbachzimmern sowie die Baumaßnahmen fürs Adolzhausener Feuerwehrgerätehaus angehen zu können.

Dass Investitionen erforderlich sind, bestätigte Kommandant Oliver Käss: Es bestehe „dringender Modernisierungsbedarf“, denn viele Ausrüstungsgegenstände seien mittlerweile zwischen 25 und 45 Jahre alt.  2014 gab es keine größeren Anschaffungen. Nur fürs Allernötigste wie Ersatzbeschaffungen, Reparaturen, Einsatz- und Schutzbekleidung, die Unterhaltung von Gebäuden, Fahrzeugen sowie im Ausbildungsbereich und für Einsätze wurde Geld ausgegeben – insgesamt 58.000 Euro.

An den elf Einsätzen – darunter zwei Brand- und mehrere Unwettereinsätze, eine Fallschirmspringer-Rettung aus einem Baum und auch eine Vogelrettung, bei der ein Jungvogel wieder ins Nest gesetzt werden konnte – nahmen insgesamt 161 aktive Feuerwehrangehörige teil.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als sich die Einsätze auf über 1150 Einsatzstunden summierten, fielen 2014 nur rund 180 Einsatzdienst-Stunden an. Dabei war man war stets schnell zur Stelle: Schon gut drei Minuten nach der Alarmierung durch die Leitstelle rückte die Wehr aus, im Schnitt traf das erste Fahrzeug bereits nach rund siebeneinhalb Minuten am Einsatzort ein.

Bei Sicherheitswach- und Sonderdiensten waren 49 Feuerwehrleute insgesamt 192 Stunden im Einsatz, 48 Angehörige der Gesamtwehr absolvierten 1114 Stunden für Aus- und Weiterbildung auf Standort-, Kreis- und Landesebene, wie Käss in seinem Jahresbericht zur 41. ordentlichen Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr aufführte.

Zu den unverändert 289 Aktiven – sechs Neuaufnahmen wiegen den Verlust durch den im Dezember verstorbenen Kameraden Hans-Peter Wagner, dessen die Versammlung ehrend gedachte, sowie fünf Austritte zahlenmäßig auf - in Niederstettens zehn Einsatzabteilungen gehören 17 Frauen. Mit acht Feuerwehrfrauen gehört die insgesamt 30 „Mann“ starke Abteilung Oberstetten auch im Landesdurchschnitt zu den am stärksten durch Frauenpower geprägten Abteilungen.

Vorn dabei sind die Niederstettener Floriansjünger auch im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes: Bei Brandschutzerziehungen in zwei Schulklassen und zwei Kindergartengruppen lernen schon die Jüngsten den sorgsamen und sichernden Umgang mit Brennbarem. Auch die Feuerlöscher-Fortbildung in einem Betrieb dient der Sicherheit des gesamten Gemeinwesens.

Die im Rahmen des 35-jährigen Jubiläums der Niederstettener Jugendfeuerwehr gegründete Kindergruppe erfreut sich großer Beliebtheit: Spontan waren im September 12 „Feuerwehr-Kids“ zusammengekommen, inzwischen ist die Gruppe auf 8 Jungs und 12 Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren gewachsen. Auch die Jugendgruppe ist mit 13 Jungs und 11 Mädchen gut aufgestellt und etwa bei der Unterstützung von Festen der Stadt hoch motiviert, wie Jugendwart Christian Bender berichtete. Walter Schnirch, Leiter des Feuerwehrmuseums Waldmannshofen, ist von der Entwicklung im Jugendbereich ebenfalls hell begeistert und dokumentierte das mit einer Spende.

Mit zwei Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr und 12 Neuaufnahmen auf Probe kann die Feuerwehr Niederstetten optimistisch in die Zukunft sehen. Aus dem aktiven Dienst  verabschiedet wurden zum Jahreswechsel nach über 25 Dienstjahren Eckard Weber. Wie er gehörte auch Karl-Josef Wirth der Abteilung Rinderfeld an – Wirth seit über 40 Dienstjahren, was Kreisbrandmeister Alfred Wirsching gemeinsam mit Kommandant Käss und dem stellvertretenden Bürgermeister Roth durch die Auszeichnung mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold honorierte. Für 25-jährige Einsatzbereitschaft im aktiven Dienst wurden neun weitere Mitglieder der Niederstettener Feuerwehr - siehe Bild -  mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.

Zuvor hatte der Kreisbrandmeister lobend Stellung zum guten Ausbildungsstand der Niederstettener Wehr sowie zur vorgesehenen externen Bedarfsplanung Stellung bezogen. Auch er würdigte den „mutigen Schritt“ der Kinderfeuerwehr. In Sachen Fördermittelzuweisung sagte er Unterstützung nach Kräften zu. 

 

©Text & Fotos: Inge Braune

Dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger Wolfgang Ell wurde im Landratsamt durch den Bauamtsleiter Günter Siegl die Bestellungsurkunde für den Kehrbezirk Main-Tauber-Kreis Nr. 10 zum 1. März 2015 übergeben. Die Bestellung ist nach dem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz auf sieben Jahre befristet. Eine Wiederbestellung des Kehrbezirksinhabers nach Ablauf der Siebenjahresfrist ist nach erneuter öffentlicher Ausschreibung des Kehrbezirks zulässig. Der Kehrbezirk wurde räumlich nicht verändert und erstreckt sich im Bereich der Stadt Bad Mergentheim auf die Stadtteile Apfelbach, Herbsthausen und Teile von Markelsheim, im Bereich der Stadt Niederstetten auf den Hauptort und die Stadtteile Adolzhausen, Herrenzimmern, Pfitzingen, Rehhof, Rüsselhausen, Vorbachzimmern und Wermutshausen sowie im Bereich der Stadt Weikersheim auf die Stadtteile Bronn, Elpersheim und Gewerbegebiet „Tauberhöhe“, Haagen, Honsbronn und Laudenbach.

Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger Wolfgang Ell, Nussbaumweg 5 in 91611 Lehrberg, ist unter der Telefonnummer 09820/918316 und der Faxnummer 09820/9189629 zu erreichen.

Notfallvorsorge

Defibrillator-Spende für Herrenzimmern erhöht Rettungschancen

Bei Herz- und Kreislaufproblemen kommt es auf jede Minute an

Herrenzimmern „Tue Gutes und rede darüber“:  Mit dieser Maxime kann man recht gut für sich werben. Gutes zu tun und dabei das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen, hat heute eher Seltenheitswert. Und manchmal ereignet es sich doch, so jüngst in Herrenzimmern.

Eine Familie spendete dem Niederstettener Teilort Herrenzimmern einen „automatisierten externen Defibrillator“ - ein Gerät, das es selbst Laien ermöglicht, Leben zu retten. In Großstädten sind Defibrillatoren vielfach an zentralen belebten Punkten wie Bahn- und Flughäfen zugänglich – im ländlichen Raum sind sie noch rar gesät.

Der „Defi“ ist, ganz kurz und knapp, ein Gerät, das mit gezieltem Stromstoß das Herz wieder in den richtigen Takt bringen kann. Über Bildschirm und Lautsprecher gibt das jetzt in Herrenzimmern stationierte Gerät genaue Anweisungen: Es zeigt, wo die Elektroden anzubringen sind, es prüft, ob der Defibrillator-Stromstoß erforderlich ist und gibt bei Handlungsbedarf klare Anweisungen zur Auslösung.

Rund 80 Einwohner – in Herrenzimmern leben insgesamt etwa 150 Menschen - wollten Genaueres erfahren und folgten aufmerksam den Erläuterungen von Rainer Burkhard. Als aktiver Aus- und Fortbilder weiß der ehemalige Bereitschaftsleiter beim DRK in Niederstetten genau, worauf es ankommt, wenn  Herz und Atmung aussetzen – und kann anschaulich erklären, wie der Defibrillator das Herz den erforderlichen Impuls gibt.

Drei Ärzte – die Doktoren Urban Lanig, Hans-Eric Lichtbau und Gerti Willfahrt – standen ebenfalls bereit, um Fragen im Umgang mit dem technischen Lebensretter zu beantworten. Lichtblau lebt in Herrenzimmern und übernimmt auch im Ruhestand als praktischer Arzt noch Bereitschaftsdienste, Lanig und Willfarth engagieren sich im Kreisrat für die Wochenend- und Notfallmedizin in der Region.

Die Mediziner begrüßten die durch die großzügige Spende  ermöglichte Beschaffung und die enorme Beteiligung der Einwohner von Herrenzimmern. Immens wichtig, so die drei Ärzte unisono, sei es, bei Herz- und Kreislaufproblemen schnell zu reagieren und etwas mehr tun zu können, als mit Herzmassage und Atemspende zu versuchen, das Leben des Patienten bis zum Eintreffen von Rettungskräften zu erhalten.

Selbst das ist schwierig: Oft fürchten Helfer, Fehler machen zu können. Der Erste-Hilfe-Kurs liegt vielfach lange zurück. In Herrenzimmern wird sich das jetzt ändern: Auf das DRK-Angebot zu einem Erste Hilfe Kurs meldeten sich spontan 15 Interessenten – eine höchst positive „Nebenwirkung“ der Defibrillator-Spende.

 

©IngeBraune

Ein Einfamilienwohnhaus ist am Dienstagmittag im Niederstettener Ortsteil Pfitzingen in Brand geraten. Zum Glück wurde dabei niemand ernsthaft verletzt, jedoch hat die betroffene Familie Franke nicht nur ihr Heim verloren, sondern auch das gesamte Hab und Gut.
 
Die Stadt Niederstetten bittet daher für die betroffene Familie um Spenden unter folgender Bankverbindung:
 
Kto: 800 227
BLZ: 673 525 65
Sparkasse Tauberfranken
Stichwort: „Nothilfe Franke“
 
IBAN: DE66 6735 2565 0000 8002 27
BIC: SOLADES1TBB
 
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Ihre Stadtverwaltung

Begeisterndes Jubiläumskonzert in der Alten Turnhalle
Vom Gässles-Bläkern zum Niederstettener Markenartikel geworden

Niederstetten Wow! 40 Jahre gibt es sie schon, die Vorbachtaler Musikanten. Unglaublich, oder? Dabei hätte man es sich doch eigentlich bereits beim Herbstfest 1974 denken können, als auf den Festwagen eifrig Blasmusik gemacht wurde, um die „Steidemer“ für die Gründung eines Musikvereins zu begeistern.

An die ersten Gehversuche der „Gässles-Bläker“ erinnerte Ernst Wollinger die Gäste des großen Jubiläumskonzerts in der Alten Turnhalle mit heiterem Rückblick. Ironisch, aber dennoch begeistert klangen damals die Anfeuerungsrufe: „Die Steidemer sind do, die Steidermer sind do, mer härt am laute bloose, mer härts am falsche Ton.“

Damit braucht man ihnen heut’ nicht mehr kommen, mit falschen Tönen: Was aus den Vorbachtaler Musikanten geworden ist, das konnte sich bereits beim 25-jährigen Jubiläum locker neben dem KVO hören lassen, wie Mainrad Mayer, Ehrenvorsitzender des Blasmusikkreisverbands Hohenlohe bestätigte. Eine sehr gute Figur machten sie bereits damals neben diesem Riesenorchester - und die vergangenen anderthalb Jahrzehnte haben sie selbstverständlich bestens genutzt zur Weiterentwicklung. Wer schon beim ersten Wertungsspielen einen ersten Rang mit Belobigung einspielt...

Meinrad Mayer gratulierte im Namen des Kreisverbands und auch ganz Persönlich von Herzen – ebenso wie Ulrich Roth, der den Vorbachtaler Musikanten nicht nur als stellvertretender Bürgermeister, sondern selbstverständlich auch als vielfacher Winzertänzer eng verbunden ist. 16 Jahre lang haben sie ihn „mit einem Galopp über den Sportplatz gehetzt“. Und ulkte: Die Winzertänzer seien nicht nur auf die Vorbachtaler angewiesen, sondern - Galopp – ihnen auch ausgeliefert. Macht nix: Gemeinsam repräsentierten beide Gruppen die Vorbachkommune unter anderem mehrfach in der französischen Partnerstadt le Plessis-Bouchard.

„Des großen Kurfürsten Reitermarsch“ sagte Roth an, das erste Vorbachtaler- Musikschmankerl, nachdem zuvor das Sinfonische Jugendblasorchester Musikschule Hohenlohe unter der Leitung von Martin Klüh mit „Music From Pirates Of The Caribbean“ und „The Best Of Queen“ den Abend mit großem Können und wunderbarem Schwung eröffnet hatten.

Sieben Mitglieder der Jugendkapelle, die sich dringend neuen Mitglieder wünscht, wie Carmen Scharfenberger charmant und nachdrücklich informierte, feierten am Jubiläumsabend auch ganz persönlich mit – nämlich als neue, nun auch hochoffizielle Vorbachtaler, wie die Vereinsvorsitzende Susanne Martens berichtete. Mit ihnen – und mit den drei Vorbachtalern, die schon als „Gässles-Bläker“ von der allerersten Stunde an dabei waren – zählt die Formation im 40. Jahr vierzig aktive Musiker, die ihr Publikum an diesem Abend mit höchster musikalischer Qualität und unglaublicher Klangvielfalt begeisterten.

Zur Vielfalt hatte das Publikum beigetragen, das im Lauf des Jubeljahrs seine Highlights aus vierzig Jahren nominiert hatte, natürlich die Festredner, die heiter verschiedenste Aspekte und Phasen der Entwicklung des Musikvereins Niederstetten e.V. kommentierten – und die drei Dirigenten, die im Lauf der vier Jahrzehnte den Taktstock führten. Mit sichtlicher Freude griff Johann Apfelbacher, Gründungs- und Ehrendirigent der Vorbachtaler Musikanten, zum Taktstock bei „Wo die Wolga fließt“, mit ebensolcher Freude trat Oleg Mook mit dem Studnitzky-Arrangement von Johann Strauss Vater und Johann Strauss Sohn an Dirigentenpult. Die Vorbachtaler Musikanten folgten auch ohne vorherige gemeinsame Probe perfekt dem kleinsten Dirigenten-Fingerzeig, ganz wie sie es gewohnt sind unter der auch schon längst bewährten Leitung von Klaus Martens.

Martin Dasing, Vorsitzender des Blasmusikkreisverbands Hohenlohe, hatte alle Hände voll zu tun, um die an diesem Abend fälligen Ehrungen zwar flink – schließlich lockte noch ein großes musikalisches Programm -, aber mit der gebotenen Ruhe und Würde vorzunehmen. Reichlich Ehrennadeln in Silber und Gold waren langjährigen aktiven wie fördernden Mitgliedern ans Revers zu heften, gut ein Dutzend gar in Gold mit Diamant für die mittlerweile 40-jährige Treue zu den Vorbachtalern. Für 40-jähriges aktives Musizieren zeichnete Dasing den Vorbachtaler-Dirigenten Klaus Martens mit Ehrenbrief sowie der Ehrennadel in Gold mit Diamant aus. Wesentlich mehr Engagement geht wohl kaum, meint man. Und dennoch: Mit Eberhard Menikheim war ein Gründungsmitglied auszuzeichnen, das auf eine mittlerweile sechs Jahrzehnte währende Bläserlaufbahn zurückblicken kann.

An den Jubiläumsabend werden sich die Vorbachtaler und ihre Gäste lange und mit großer Freude zurückerinnern. Und Zukunftssorgen müssen den Musikverein Niederstetten e.V. auch auf längere Sicht wohl nicht plagen: Musikschuleiter und Jugendblasorchesterchef Martin Klüh lässt zwar die unter seiner und seines Vorgängers Führung geschulten jungen Könner wohl nicht nur mit einem lachenden, sondern gewiss auch einem weinenden Auge ziehen, wird aber mit viel Engagement weiter dafür sorgen, dass sich die Vorbachtaler stets auf die Unterstützung junger Blasmusiker verlassen können.

©Inge Braune

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