09. Okt. 2013

Innenentwicklung Oberstetten

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Untersuchung soll dem Ort Weg in die Zukunft weisen

Gremium beauftragte Schäftersheimer Ingenieurbüro Klärle

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kommune beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur beantragt, Oberstetten in das Förderprogramm „Flächengewinnung durch Innenentwicklung" aufzunehmen. Seinerzeit war der Zuschussantrag gescheitert. Die Kommune behielt das Ziel im Blick, erneuerte den Antrag – und hatte Erfolg. Knapp 17.000 Euro wurden bewilligt, um die Grundlagen für die Gestaltung attraktiver Siedlungsmuster mit zukunftsweisenden Strukturen zu schaffen.

 

Die Einwohner Oberstettens wurden bereits im Vorfeld der ersten Antragstellung im Rahmen einer Bürgerversammlung über die vorgesehene Untersuchung informiert, auch das Ortschaftsrat beschäftigte sich bereits mehrfach mit dem Thema. Bei zwei Enthaltungen billigte der Gemeinderat jetzt die Beauftragung des Schäftersheimer Ingenieurbüros Klärle mit der Untersuchung, die mit Gesamtkosten von rund 33.000 Euro zu Buche schlagen wird.

Ortsansicht Oberstetten 

Das Schäftersheimer Ingenieurteam hat langjährige Erfahrungen mit dem Thema Flächengewinnung durch Innenentwicklung: Das Büro begleitete den Creglinger Teilort Münster durch die MELAP-Phase, in der in Modellorten die Grundlagen für das aktuelle Förderkonzept entwickelt wurden.

Die anstehende gründliche Bestandserhebung kann auf dem im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „Leader +" 2004 für Oberstetten erstellten Zukunftsentwicklungskonzept aufbauen. Untersucht wird neben der vorhandnen Bausubstanz, Abstandsradien und den teilweise recht verschachtelten Eigentumsverhältnissen auch die Einwohnerstruktur, um eine möglich zukunftstaugliche Planung zu ermöglichen. Dazu wird im Rahmen der Untersuchung auch ein Baulücken-, Leerstands- und Leerstandsrisiko-Kataster erstellt. Intensive Öffentlichkeitsarbeit – unter anderem ist auch eine Zukunftswerkstatt vorgesehen – soll die Entwicklung eines Maßnahmenkonzepts begleiten, das Nachverdichtungschancen ebenso aufzeigt wie Umnutzungsmöglichkeiten, die im Einzelfall bis zum konkreten Architektenentwurf für mögliche neue Nutzungen reichen.

Gebäude in Oberstetten

In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch gab es etliche kritische Nachfragen. So bohrte Walter Krüger gezielt provokant nach, ob denn das Konzept auch nur einen einzigen zusätzlichen Haus- oder Grundstücksverkauf garantiere. Eine Garantie dafür kann natürlich weder Bürgermeister Rüdiger Zibold noch das beauftragte Ingenieurbüro geben, klar aber sei, so Zibold, dass das Konzept bei Fördergeldanträgen nützlich sein werde. Dass bislang – etwa im Rahmen von Leader – für Untersuchungen ausgegebene Gelder nichts bewirkt hätten, weist der Bürgermeister weit von sich: Etliche Förderanträge seien nur dank entsprechender Entwicklungskonzepte bewilligt worden, erläuterte er und verwies unter anderem auf die Dorfentwicklung in Pfitzingen und Umnutzungen in Wildentierbach.

Kritisch hinterfragt wurde auch die Entwicklung eines kommunalen Immobilienpools mit Schaffung einer entsprechenden Internetplattform auf der Niederstettener Homepage: Sabine Borst erkundigte sich genau nach der Rechtssicherheit eines öffentlichen, mit Bewertung und durch Bilder identifizierbarer Anwesen. Wenn die Eigentümer eine entsprechende Bewerbung wünschen, steht dem nichts im Weg. Die Erfahrung bislang: Vermarktungschancen werden gern angenommen.

Ob man auch wirklich genug verwertbaren Output für die insgesamt rund 33.000 Euro gibt, von denen die Kommune immerhin rund 16.000 Euro selbst zahlen muss, fragten sich unter anderem Karl Heil, Walter Krüger und Brigitte Kailuweit. Auch Friedrich Thorwarth wünscht dringend, dass etwa der angestrebte Immobilienpool nicht auf Oberstetten beschränkt bleibt.

Ortsansicht Oberstetten

Auch, dass das Untersuchungsgebiet in der Sitzung nicht genau definiert wurde, dürfte dazu beigetragen haben, dass sich zwei Gemeinderatsmitglieder bei der Beauftragung des Schäftersheimer Büros der Stimme enthielten. Aufklärung dürfte es bereits im Oktober geben: Dann wird das Ingenieurbüro das Konzept im Rahmen einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung im Amtshaus den Einwohnern näher erläutern.

Text (Inge Braune) und Bilder (©Klärle)
Gelesen 3273 mal Letzte Änderung am 26. Nov. 2013