22. Okt. 2013

Nicht mosern, machen! Andreas Bromberger renoviert Bänke

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frisch gestrichen frisch gestrichen

Bürgerengagement

Andreas Bromberger renoviert Bänke Wille, Schleifpapier und Pinsel: Privateinsatz für Heimatstadt

Niederstetten Sie sind kleine soziale Inseln, die Bänke im Stadtgebiet. Hier trifft man sich in der Mittagspause, zum kleinen Abendplausch, hier hält man Ausschau oder inne.

Andreas Bromberger hat einige von ihnen oft vor Augen. Der 42-jährige wohnt am Brunnenberg, kam mit Stadtrat Wolfgang Dornberger über die Stadtmöblierung ins Gespräch: Eigentlich müsste man die Bänke, die im Zug der Stadtsanierung, Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre aufgestellt wurden, mal sanieren, monierte der Fleischermeister. Er sei ja notfalls auch bereit, selbst zum Pinsel zu greifen.

 

Bei solchen Sätzen wird Dornberger, der nur einen Steinwurf entfernt wohnt, hellhörig. Er stielte eine kleine Kooperation ein: Die Stadt stellte das Material, der handwerklich erfahrene Fleischer und Landwirt, der in Eigenarbeit etwa den kompletten Hof mit alten Buckelsteinen pflasterte, seine Arbeitszeit zur Verfügung.

Vier Tage etwa arbeitet er an jeweils zwei Bänken – vier hat er bereits generalsaniert. Eine steht in der Erbsengasse, drei im Areal der Röhrenbrunnengasse, zwei weitere in der Langen Gasse hat Bromberger bereits in seinen ganz persönlichen Sanierungsplan aufgenommen.

Andreas Bromberger packt an: Unter der Devise „nicht mosern, machen!" hat der Niederstettener bereits vier Bänke in der Kernstadt generalsaniert. Weitere folgen. Bürgermeister Zibold dankte mit einem Weinpräsent.

Die Generalüberholung ist recht aufwändig: Er holt die Stücke in die heimische Werkstatt, demontiert sie komplett, schleift von den jeweils sechs Blockbalken die unansehnlich gewordene „Patina" ab. Zwei Schichten Holzschutzlasur benötigen Trockenzeit, dann folgt der Wiederaufbau.

Nein, so eine ehrenamtliche Aktion habe er bislang noch nicht durchgezogen, aber er habe gerade etwas Zeit gehabt, erzählt der Landwirt, der die seit vielen Generationen in der Familie weitergegebene Hofstelle mit insgesamt rund 25 Hektar Acker-, Wald- und Wiesenfläche neben seiner Beschäftigung als Fleischer betreibt.

Das handwerkliche Talent hätten schon die Großeltern im Blut gehabt und ihm weitergegeben: Von der Oma lernte er das Heißmangeln, schon als Kind schaute er gebannt zu, wenn Vater und Großväter Reparaturen an landwirtschaftlichem Gerät ausführten, Holz- und Metallarbeiten sind ihm vertraut.

Dass jemand beschließt, die Sanierung einer öffentlichen Einrichtung „einfach zu machen", sei wirklich außergewöhnlich, lobt Bürgermeister Rüdiger Zibold. Das sei es sicher wert, auch öffentlich erwähnt zu werden. Das Weinpräsent – symbolisches Dankeschön für den Ehrenamtseinsatz - überreichte Zibold dem Bank-Sanierer passenderweise auf einer von Bromberger frisch gestrichenen Bank.

Rathausgasse-Brunnenberg

Eine Fortsetzung seiner ehrenamtlichen Sanierungstätigkeit schließt Brombergers zumindest nicht kategorisch aus. Und Zibold hat schon mal ganz passend erwähnt, dass doch vorm Rathaus auch noch ein Bänkchen stehe...

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Bilder und Text (©IngeBraune)
Gelesen 2227 mal Letzte Änderung am 12. Apr. 2016