18. Nov. 2013

Kleinkind-Betreuung

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Perfekt getimter Kindergartenumbau: Erste Krippengruppe fühlt sich pudelwohl

„Sternchengruppe" findet häusliche Verhältnisse prima

Alle Beteiligten haben tief durchgeatmet: Perfekt geklappt hat der Umbau des Dr. Jürgen Rau-Kindergartens. Nur fünf Wochen Bauzeit standen den Handwerkern zur Verfügung.

 

Hauptamtsleiter Ludger Krug berichtet von teilweise stundengenauer Arbeitstaktung durch das Architekturbüro Haas. Damit die erste Krippengruppe in einem der städtischen Kindergärten pünktlich zu Beginn des Kindergartenjahrs in die neu gestalteten Räume einziehen konnte, verschob sogar mancher Handwerker seine Sommerferien. „Eine tolle Gemeinschaftsleistung", lobt Bürgermeister Rüdiger Zibold. „Sehr froh, stolz und dankbar" sei er, dass alles so gut gelaufen.

Rund 60.000 Euro kostete der Umbau: Grundlegend war eine klare Trennung zwischen Kindergarteneinheit und Krippenräumen. Die Bedingungen sind, so Kindergartenleiterin Elfriede Meider, für Kinder optimal. Sie können ebenerdig aus dem Gruppenraum nach draußen, um dort in einem vom Kindergarten getrennten eigenen Bereich im Freien zu toben. Im Frühling wird der Rasen sprießen, der Freibereich mit Sandkasten und Rutsche locken, der Hartplatz vor den Fenstertüren ermöglicht sogar kleinere Bobbycar-Wettrennen.

16 Monate alt ist das jüngste der aktuell sieben Kinder, die hier ab sieben Uhr früh bis mittags um eins sozusagen ein Zweitzuhause haben. Wer zwischendurch mal müde wird, findet im Gruppenraum Kuschelnest samt Kissen und Decken, im Nebenraum schummrige Schlafbeleuchtung und – erst mal, denn einstweilen wird die Krippengruppe noch nicht als Ganztageseinrichtung betrieben – Matten fürs kleine Nickerchen.

Es gibt reichlich Raum für Bewegung: Krabbelbrücke und Sauseflächen laden ein, sich und die Welt zu entdecken, Bauklötze und Kreativspielsachen fordern zur Gestaltung der Kinderwelt auf. Schon hat jedes der Krippenkinder den „eigenen" Stuhl für die Vesperpause mit Beschlag belegt – beste Vorbereitung einen geregelten Ablauf beim gemeinsamen Mittagessen, das bei Einführung der Ganztagsbetreuung auch in der Krippe hinzukommen wird.

Gleich nebenan wurden der Waschraum „zwergentauglich" umgestaltet: Wickelkommode samt Badewännchen, Toiletten in XXS und XS – perfekt. Na ja, fast perfekt: die Waschbecken hängen noch ein paar Zentimeter zu hoch, aber auch dieser kleine Schönheitsfehler wird in den nächsten Tagen behoben.

Das freut die Leiterin der Krippengruppe Sabine Kaiser-Pollok. Noch rinnt nach eigenständigem Händewaschsen der größeren Krippenkinder Wasser in die Ärmel, ist immer wieder Umziehen angesagt. Die Krippenleiterin arbeitete nach Ausbildung und Anerkennungsjahr zunächst einige Jahre im Langenburger Kindergarten, ehe sie im Anschluss an die Elternpause im Niederstettener Kindergarten einstieg. Es ist auch ihr zu verdanken, dass die auf 10 Kinder ausgelegte Krippengruppe, für die auch die Zukunftswerkstatt plädiert hatte, eingerichtet wurde: Für die Erzieherin wurde ein Traum Wirklichkeit.

Großen Wert legt Sabine Kaiser-Pollok auf perfekte Aus- und Weiterbildung. Noch bis 2016 investiert sie gemeinsam mit Annette Polifke, einer der beiden Zusatzkräfte in der Krippe, etliche Wochenenden, um auf dem neuesten Stand der Krippenpädagogik zu sein.

Hoch zufrieden mit dem gelungenen Umbau ist auch Kindergartenleiterin Elfriede Meider, die die Einrichtung seit 1986 leitet. Ihre Erfahrung mit dem Kindergarten In den Stäffelen reicht mittlerweile annähernd vier Jahrzehnte zurück. Damals wurden hier in drei Gruppen bis zu 150 Kinder von insgesamt nur fünf Erzieherinnen betreut, erinnert sie sich. Seither hat sich viel getan: Mit etlichen An- und Umbaumaßnahmen, einer kompletten Grundsanierung und diversen Umgestaltungen wurde der Kindergarten den sich immer wieder ändernden Bedürfnissen der jüngsten Mitbürger angepasst. Aktuell sind es 85 Kinder, die in - samt Krippengruppe - insgesamt fünf Gruppen von insgesamt 13 Voll- und Teilzeitkräften betreut werden.

Gute Aussichten für die jüngsten Bürger Niederstettens: In der ersten Krippengruppe in Niederstetten tummeln sich schon sieben Kleinkinder. Bis zu zehn Kids können hier unter der Regie von Krippenleiterin Sabine Kaiser-Pollok (links) die Welt entdecken und sich auch schon mal mit dem Bürgermeister – hier bei seinem Antrittsbesuch in der neu geschaffenen Krippengruppe – vertraut machen.

Auch für die Mitarbeiterinnen ist mit Beginn des Kindergartenjahrs eine neue Phase angebrochen: Die Ferienzeiten des Kindergartens waren bislang den Schulferien angeglichen. Jetzt wurden sie gewaltig verkürzt. Drei Wochen Sommerferien und eine kurze Kindergartenpause über Weihnachten machen den Kindergarten fast zum Ganzjahresbetrieb. Von bislang 48 Schließtagen bleiben nur noch 21.

Eine Konkurrenz zu „Menschenskind", der von Grudrun Knenlein in der Bahnhofstraße betriebenen Kindertagespflegeeinrichtung bestehe nicht, betonen Sabine Kaiser-Pollok und Rüdiger Zibold: „Menschenskind" ist ausgebucht – und „weiterhin fester Bestandteil der kommunalen Kindergarten- und Krippenplanung", betont der Bürgermeister. Dennoch visiert Zibold schon das Fernziel an: Langfristig will die Kommune in allen Kindergärten halb- bis ganztätige Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von 0 bis 6 Jahren aufbauen. Zibold fasst zusammen: „Es ist der erste Schritt auf einem langen Weg."

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Bilder(©IngeBraune)
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