04. Jul. 2014

Benefizkonzert in der Alten Turnhalle

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Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Benefizkonzert in der Alten Turnhalle: Genuss pur plus Gutes tun

Glänzende Kammerensembles begeistern, Tuba-Ensemble überwältigt 


Niederstetten Es ist seit langem gute Tradition, dass die Niederstettener Regionalstelle des Bundeswehr-Sozialwerks e.V. Benefizveranstaltungen organisiert. Das 1960 als Verein ins Leben gerufene Bundeswehr-Sozialwerk unterstützt Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien in schwierigen Lebenssituationen. Rund 2.500 Ehrenamtliche tragen das Vereinsengagement.

Die Niederstettener Regionalstelle leitet seit 1989 – bis auf eine fünfjährige Unterbrechung ab 2003 - Oberstleutnant Martin Heuwinkel. Er hat unter anderem bereits mehrfach Benefizfußballspiele zwischen dem VfB Stuttgart und der Bundeswehr-Nationalmannschaft in Niederstetten sowie Benefizkonzerte mit dem Heeresmusikkoprs Veitshöchheim, dem Luftwaffenmusikkorps 2 aus Karlsruhe und dem Gebirgsmusikkoprs aus Garmisch-Partenkirchen organisiert.

Was Heuwinkel jetzt in Absprache mit den Musikern aus Veitshöchheim auf die Beine stellte, war weit mehr als ein „Ersatz“ fürs ursprünglich im Rahmen des Weihnachtsmarktes vorgesehene Adventskonzert: Das Kammerkonzert, bei dem Oberstleutnant Burkard Zenglein, seit 2007 Chef des Heeresmusikkorps Veitshöchheim, neben dem großen Blechbläserensemble das Holzbläserquintett, das Blechbläserquintett und das Tuba-Ensemble präsentierte, ist eindeutig ein Sahnehäubchen im ohnehin hochkarätigen Niederstettener Veranstaltungskalender.

Rund 300 Besucher des unter der Schirmherrschaft von Niederstettens Bürgermeister Rüdiger Zibold und Oberst Andreas Henne (Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 30) stehenden Konzerts in der Alten Turnhalle zählte der Veranstalter.

Oberst Henne übernahm die Begrüßung zu Beginn des Konzerts, Bürgermeister Zibold begrüßte beim anschließenden Empfang im KULT die Ehrengäste, darunter Bad Mergentheims OB Udo Glatthaar und Assamstadts Bürgermeister Joachim Döffinger sowie den Ehrenvorsitzenden des Bundeswehr-Sozialwerks Egon Storz, Regierungsoberamtsrat a.D., dem Rainer Bürkert, Geschäftsführer der Würth Índustrie Service GmbH  zusätzlich zum Erlös des Benefizkonzerts einen Spendenscheck überreichte.

Höchstes musikalisches Niveau versprach Oberst Henne bei seiner Begrüßung, und große musikalische Vielfalt von der Klassik bis zur Moderne, vom Marsch bis hin zur Popmusik. Wie recht er mit dieser Ankündigung hatte, erlebte das Publikum vom ersten Takt des Rozhlasmarschs – die Komposition von Vilem Cernik ist auch als schwungvoller „Rundfunkmarsch“ bekannt - an.

Mit den Kammerensembles habe man das Edelste mitgebracht, was das Heeresmusikkorps Veitshöchheim zu bieten habe, so Oberstleutnant Zenglein, in der Historie des Musikkorps - bis 2013 firmierte die Formation als „Heeresmusikkorps 12“ - der 10. Leiter des aus insgesamt 60 Musikern bestehenden Gesamtensembles. Im Kammermusikbereich, so Zenglein, sei schlechthin jeder einzelne Solist.

Zum Edelsten zählt auch Henry Pucells barocke Festmusik „Trumpet Tune“ – ein Meisterstückchen für das 10-köpfige Große Blechbläserensemble.

Mit dem Holzbläserquintett präsentierte Zenglein eine der jüngsten Formationen im Heeresmusikkorps: Mit traumhaft sicherem Musikgefühl zelebrierten sie Haydns nachdenklich gestimmtes „Divertimento in F“, Ravels „Le Trombeau de Couperin“ und Aaron Coplands „New England Countryside“, komponiert als Filmmusik für „The City“,

Einen absolut raren Musikgenuss bot das Tuba-Ensemble, das mit Richard Wagners „Pilgerchor“ aus „Tannhäuser“, dem „Washington Post March“ von John Philip Sousa und „Power“ von John Stevens dem Publikum in der Alten Turnhalle nicht nur eine extrem rare Besetzung, sondern auf der Basis der tiefsten Blechbläserklänge auch ein regelrecht physisches Klangerleben ermöglichte. Ob Pilgerchor, ob Sousas heiterer Marsch, ob bei der jazzig-treibenden Stevens-Komposition: Dieses Ensemble gestaltet in phantastischer Dynamik eine ungeheure Intensität, die unter die Haut geht.

Auf das eigentlich angekündigte Saxophon-Quartett  musste das Publikum verzichten: Lehrgangs- und Krankheitsbedingte Ausfälle verhinderten den Auftritt. Schade. An der Brillanz des Abends änderte das jedoch nichts, denn das Blechbläserquintett führte vom Barock („Rondeau“ von J.J.Mouree) über berühmte Filmmusiken in „Disney Mouse“ bis hin zu „Abba goes Brass“. Da stillzusitzen: fast unmöglich.

Den Abschluss machte das Große Blechbläserensemble mit Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“. Phantastisch? Das ist eigentlich kein Ausdruck. Klar, dass das begeisterte  Publikum das Heeresmusikkorps nicht ohne Zugabe ziehen ließ. Und klar, dass das genau weiß, was in Niederstetten auf keinen Fall fehlen darf: Der „Fliegermarsch“. Zum wirklich runden musikalischen Abend bleibt nur, zu gratulieren.

 Text & Bilder: ©IngeBraune

Gelesen 2422 mal Letzte Änderung am 23. Feb. 2016