05. Nov. 2014

40 Jahre Vorbachtaler Musikanten

veröffentlicht von 
40 Jahre Vorbachtaler Musikanten 40 Jahre Vorbachtaler Musikanten Inge Braune

Begeisterndes Jubiläumskonzert in der Alten Turnhalle
Vom Gässles-Bläkern zum Niederstettener Markenartikel geworden

Niederstetten Wow! 40 Jahre gibt es sie schon, die Vorbachtaler Musikanten. Unglaublich, oder? Dabei hätte man es sich doch eigentlich bereits beim Herbstfest 1974 denken können, als auf den Festwagen eifrig Blasmusik gemacht wurde, um die „Steidemer“ für die Gründung eines Musikvereins zu begeistern.

An die ersten Gehversuche der „Gässles-Bläker“ erinnerte Ernst Wollinger die Gäste des großen Jubiläumskonzerts in der Alten Turnhalle mit heiterem Rückblick. Ironisch, aber dennoch begeistert klangen damals die Anfeuerungsrufe: „Die Steidemer sind do, die Steidermer sind do, mer härt am laute bloose, mer härts am falsche Ton.“

Damit braucht man ihnen heut’ nicht mehr kommen, mit falschen Tönen: Was aus den Vorbachtaler Musikanten geworden ist, das konnte sich bereits beim 25-jährigen Jubiläum locker neben dem KVO hören lassen, wie Mainrad Mayer, Ehrenvorsitzender des Blasmusikkreisverbands Hohenlohe bestätigte. Eine sehr gute Figur machten sie bereits damals neben diesem Riesenorchester - und die vergangenen anderthalb Jahrzehnte haben sie selbstverständlich bestens genutzt zur Weiterentwicklung. Wer schon beim ersten Wertungsspielen einen ersten Rang mit Belobigung einspielt...

Meinrad Mayer gratulierte im Namen des Kreisverbands und auch ganz Persönlich von Herzen – ebenso wie Ulrich Roth, der den Vorbachtaler Musikanten nicht nur als stellvertretender Bürgermeister, sondern selbstverständlich auch als vielfacher Winzertänzer eng verbunden ist. 16 Jahre lang haben sie ihn „mit einem Galopp über den Sportplatz gehetzt“. Und ulkte: Die Winzertänzer seien nicht nur auf die Vorbachtaler angewiesen, sondern - Galopp – ihnen auch ausgeliefert. Macht nix: Gemeinsam repräsentierten beide Gruppen die Vorbachkommune unter anderem mehrfach in der französischen Partnerstadt le Plessis-Bouchard.

„Des großen Kurfürsten Reitermarsch“ sagte Roth an, das erste Vorbachtaler- Musikschmankerl, nachdem zuvor das Sinfonische Jugendblasorchester Musikschule Hohenlohe unter der Leitung von Martin Klüh mit „Music From Pirates Of The Caribbean“ und „The Best Of Queen“ den Abend mit großem Können und wunderbarem Schwung eröffnet hatten.

Sieben Mitglieder der Jugendkapelle, die sich dringend neuen Mitglieder wünscht, wie Carmen Scharfenberger charmant und nachdrücklich informierte, feierten am Jubiläumsabend auch ganz persönlich mit – nämlich als neue, nun auch hochoffizielle Vorbachtaler, wie die Vereinsvorsitzende Susanne Martens berichtete. Mit ihnen – und mit den drei Vorbachtalern, die schon als „Gässles-Bläker“ von der allerersten Stunde an dabei waren – zählt die Formation im 40. Jahr vierzig aktive Musiker, die ihr Publikum an diesem Abend mit höchster musikalischer Qualität und unglaublicher Klangvielfalt begeisterten.

Zur Vielfalt hatte das Publikum beigetragen, das im Lauf des Jubeljahrs seine Highlights aus vierzig Jahren nominiert hatte, natürlich die Festredner, die heiter verschiedenste Aspekte und Phasen der Entwicklung des Musikvereins Niederstetten e.V. kommentierten – und die drei Dirigenten, die im Lauf der vier Jahrzehnte den Taktstock führten. Mit sichtlicher Freude griff Johann Apfelbacher, Gründungs- und Ehrendirigent der Vorbachtaler Musikanten, zum Taktstock bei „Wo die Wolga fließt“, mit ebensolcher Freude trat Oleg Mook mit dem Studnitzky-Arrangement von Johann Strauss Vater und Johann Strauss Sohn an Dirigentenpult. Die Vorbachtaler Musikanten folgten auch ohne vorherige gemeinsame Probe perfekt dem kleinsten Dirigenten-Fingerzeig, ganz wie sie es gewohnt sind unter der auch schon längst bewährten Leitung von Klaus Martens.

Martin Dasing, Vorsitzender des Blasmusikkreisverbands Hohenlohe, hatte alle Hände voll zu tun, um die an diesem Abend fälligen Ehrungen zwar flink – schließlich lockte noch ein großes musikalisches Programm -, aber mit der gebotenen Ruhe und Würde vorzunehmen. Reichlich Ehrennadeln in Silber und Gold waren langjährigen aktiven wie fördernden Mitgliedern ans Revers zu heften, gut ein Dutzend gar in Gold mit Diamant für die mittlerweile 40-jährige Treue zu den Vorbachtalern. Für 40-jähriges aktives Musizieren zeichnete Dasing den Vorbachtaler-Dirigenten Klaus Martens mit Ehrenbrief sowie der Ehrennadel in Gold mit Diamant aus. Wesentlich mehr Engagement geht wohl kaum, meint man. Und dennoch: Mit Eberhard Menikheim war ein Gründungsmitglied auszuzeichnen, das auf eine mittlerweile sechs Jahrzehnte währende Bläserlaufbahn zurückblicken kann.

An den Jubiläumsabend werden sich die Vorbachtaler und ihre Gäste lange und mit großer Freude zurückerinnern. Und Zukunftssorgen müssen den Musikverein Niederstetten e.V. auch auf längere Sicht wohl nicht plagen: Musikschuleiter und Jugendblasorchesterchef Martin Klüh lässt zwar die unter seiner und seines Vorgängers Führung geschulten jungen Könner wohl nicht nur mit einem lachenden, sondern gewiss auch einem weinenden Auge ziehen, wird aber mit viel Engagement weiter dafür sorgen, dass sich die Vorbachtaler stets auf die Unterstützung junger Blasmusiker verlassen können.

©Inge Braune

Gelesen 3003 mal Letzte Änderung am 23. Feb. 2016