05. Feb. 2015

Defibrillator-Spende für Herrenzimmern erhöht Rettungschancen

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Ortsvorsteher Manfred Heinold war über die immense Resonanz im Ort begeistert und dankte der Spenderfamilie sehr herzlich für den Einsatz, der ihnen ein wichtige persönliches Anliegen war. Das Gerät ist mitten im Ort beim Feuerwehrgebäude untergebracht. Ortsvorsteher Manfred Heinold war über die immense Resonanz im Ort begeistert und dankte der Spenderfamilie sehr herzlich für den Einsatz, der ihnen ein wichtige persönliches Anliegen war. Das Gerät ist mitten im Ort beim Feuerwehrgebäude untergebracht. ©IngeBraune

Notfallvorsorge

Defibrillator-Spende für Herrenzimmern erhöht Rettungschancen

Bei Herz- und Kreislaufproblemen kommt es auf jede Minute an

Herrenzimmern „Tue Gutes und rede darüber“:  Mit dieser Maxime kann man recht gut für sich werben. Gutes zu tun und dabei das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen, hat heute eher Seltenheitswert. Und manchmal ereignet es sich doch, so jüngst in Herrenzimmern.

Eine Familie spendete dem Niederstettener Teilort Herrenzimmern einen „automatisierten externen Defibrillator“ - ein Gerät, das es selbst Laien ermöglicht, Leben zu retten. In Großstädten sind Defibrillatoren vielfach an zentralen belebten Punkten wie Bahn- und Flughäfen zugänglich – im ländlichen Raum sind sie noch rar gesät.

Der „Defi“ ist, ganz kurz und knapp, ein Gerät, das mit gezieltem Stromstoß das Herz wieder in den richtigen Takt bringen kann. Über Bildschirm und Lautsprecher gibt das jetzt in Herrenzimmern stationierte Gerät genaue Anweisungen: Es zeigt, wo die Elektroden anzubringen sind, es prüft, ob der Defibrillator-Stromstoß erforderlich ist und gibt bei Handlungsbedarf klare Anweisungen zur Auslösung.

Rund 80 Einwohner – in Herrenzimmern leben insgesamt etwa 150 Menschen - wollten Genaueres erfahren und folgten aufmerksam den Erläuterungen von Rainer Burkhard. Als aktiver Aus- und Fortbilder weiß der ehemalige Bereitschaftsleiter beim DRK in Niederstetten genau, worauf es ankommt, wenn  Herz und Atmung aussetzen – und kann anschaulich erklären, wie der Defibrillator das Herz den erforderlichen Impuls gibt.

Drei Ärzte – die Doktoren Urban Lanig, Hans-Eric Lichtbau und Gerti Willfahrt – standen ebenfalls bereit, um Fragen im Umgang mit dem technischen Lebensretter zu beantworten. Lichtblau lebt in Herrenzimmern und übernimmt auch im Ruhestand als praktischer Arzt noch Bereitschaftsdienste, Lanig und Willfarth engagieren sich im Kreisrat für die Wochenend- und Notfallmedizin in der Region.

Die Mediziner begrüßten die durch die großzügige Spende  ermöglichte Beschaffung und die enorme Beteiligung der Einwohner von Herrenzimmern. Immens wichtig, so die drei Ärzte unisono, sei es, bei Herz- und Kreislaufproblemen schnell zu reagieren und etwas mehr tun zu können, als mit Herzmassage und Atemspende zu versuchen, das Leben des Patienten bis zum Eintreffen von Rettungskräften zu erhalten.

Selbst das ist schwierig: Oft fürchten Helfer, Fehler machen zu können. Der Erste-Hilfe-Kurs liegt vielfach lange zurück. In Herrenzimmern wird sich das jetzt ändern: Auf das DRK-Angebot zu einem Erste Hilfe Kurs meldeten sich spontan 15 Interessenten – eine höchst positive „Nebenwirkung“ der Defibrillator-Spende.

 

©IngeBraune

Gelesen 2023 mal Letzte Änderung am 23. Feb. 2016