04. Mär. 2015

Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr

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Sehr gut besucht war die Jahreshauptversammlung. Sehr gut besucht war die Jahreshauptversammlung. ©Inge Braune

Freiwillige Feuerwehr - „Seit Bestehen der Gesamtwehr noch nie so wenige Einsätze“

289 Aktive investierten viel Ausbildungs- und Übungszeit

Über 6.200 Stunden investierten die Aktiven 2014 in den Übungsdienst: Ein Einsatz, der sich lohnte, denn bei den insgesamt nur elf Einsätzen 2014 und in diesem Jahr bereits beim Brand in Pfitzingen erwies sich die Freiwillige Feuerwehr Niederstetten als schlagkräftiges Instrument. Entsprechend dankte Bürgermeisterstellvertreter Ulrich Roth für das ausgeprägte Engagement, von dem die Gemeinschaft nicht nur im akuten Gefahrenfall profitiert. Roth verwies auch auf Wach- und Sonderdienste bei Märkten und Festen und vergaß auch nicht, in seinen Dank die Nachbarwehren und die örtlichen Arbeitgeber einzuschließen, die bei Einsätzen ihre Mitarbeiter freistellen

Besonders könne sich die Gemeinde auch über die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Kinderfeuerwehr freuen, denn auch künftig sei es wichtig, genügend Menschen fürs ehrenamtliche und manchmal riskante Mittun  bei der Freiwilligen Feuerwehr zu finden.

Für den laufenden Betrieb habe die Stadt heuer 120.000 Euro eingeplant, 30 Prozent mehr Finanzmittel als im Vorjahr. Zugute kommen sollen sie unter anderem Gebäudemaßnahmen in  Vorbachzimmern und Niederstetten  sowie der Feuerwehrbedarfsplanung durch eine externe Firma. Im Bereich von Neuinvestitionen in Ausrüstung, Geräte, Dienstkleidung und Jugendfeuerwehr sind gut 46.000 Euro vorgesehen. Dringend hofft die Stadt auf Landeszuschüsse, um die Anschaffung von Tragkraftspritzenfahrzeugen für Adolzhausen und Vorbachzimmern sowie die Baumaßnahmen fürs Adolzhausener Feuerwehrgerätehaus angehen zu können.

Dass Investitionen erforderlich sind, bestätigte Kommandant Oliver Käss: Es bestehe „dringender Modernisierungsbedarf“, denn viele Ausrüstungsgegenstände seien mittlerweile zwischen 25 und 45 Jahre alt.  2014 gab es keine größeren Anschaffungen. Nur fürs Allernötigste wie Ersatzbeschaffungen, Reparaturen, Einsatz- und Schutzbekleidung, die Unterhaltung von Gebäuden, Fahrzeugen sowie im Ausbildungsbereich und für Einsätze wurde Geld ausgegeben – insgesamt 58.000 Euro.

An den elf Einsätzen – darunter zwei Brand- und mehrere Unwettereinsätze, eine Fallschirmspringer-Rettung aus einem Baum und auch eine Vogelrettung, bei der ein Jungvogel wieder ins Nest gesetzt werden konnte – nahmen insgesamt 161 aktive Feuerwehrangehörige teil.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als sich die Einsätze auf über 1150 Einsatzstunden summierten, fielen 2014 nur rund 180 Einsatzdienst-Stunden an. Dabei war man war stets schnell zur Stelle: Schon gut drei Minuten nach der Alarmierung durch die Leitstelle rückte die Wehr aus, im Schnitt traf das erste Fahrzeug bereits nach rund siebeneinhalb Minuten am Einsatzort ein.

Bei Sicherheitswach- und Sonderdiensten waren 49 Feuerwehrleute insgesamt 192 Stunden im Einsatz, 48 Angehörige der Gesamtwehr absolvierten 1114 Stunden für Aus- und Weiterbildung auf Standort-, Kreis- und Landesebene, wie Käss in seinem Jahresbericht zur 41. ordentlichen Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr aufführte.

Zu den unverändert 289 Aktiven – sechs Neuaufnahmen wiegen den Verlust durch den im Dezember verstorbenen Kameraden Hans-Peter Wagner, dessen die Versammlung ehrend gedachte, sowie fünf Austritte zahlenmäßig auf - in Niederstettens zehn Einsatzabteilungen gehören 17 Frauen. Mit acht Feuerwehrfrauen gehört die insgesamt 30 „Mann“ starke Abteilung Oberstetten auch im Landesdurchschnitt zu den am stärksten durch Frauenpower geprägten Abteilungen.

Vorn dabei sind die Niederstettener Floriansjünger auch im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes: Bei Brandschutzerziehungen in zwei Schulklassen und zwei Kindergartengruppen lernen schon die Jüngsten den sorgsamen und sichernden Umgang mit Brennbarem. Auch die Feuerlöscher-Fortbildung in einem Betrieb dient der Sicherheit des gesamten Gemeinwesens.

Die im Rahmen des 35-jährigen Jubiläums der Niederstettener Jugendfeuerwehr gegründete Kindergruppe erfreut sich großer Beliebtheit: Spontan waren im September 12 „Feuerwehr-Kids“ zusammengekommen, inzwischen ist die Gruppe auf 8 Jungs und 12 Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren gewachsen. Auch die Jugendgruppe ist mit 13 Jungs und 11 Mädchen gut aufgestellt und etwa bei der Unterstützung von Festen der Stadt hoch motiviert, wie Jugendwart Christian Bender berichtete. Walter Schnirch, Leiter des Feuerwehrmuseums Waldmannshofen, ist von der Entwicklung im Jugendbereich ebenfalls hell begeistert und dokumentierte das mit einer Spende.

Mit zwei Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr und 12 Neuaufnahmen auf Probe kann die Feuerwehr Niederstetten optimistisch in die Zukunft sehen. Aus dem aktiven Dienst  verabschiedet wurden zum Jahreswechsel nach über 25 Dienstjahren Eckard Weber. Wie er gehörte auch Karl-Josef Wirth der Abteilung Rinderfeld an – Wirth seit über 40 Dienstjahren, was Kreisbrandmeister Alfred Wirsching gemeinsam mit Kommandant Käss und dem stellvertretenden Bürgermeister Roth durch die Auszeichnung mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold honorierte. Für 25-jährige Einsatzbereitschaft im aktiven Dienst wurden neun weitere Mitglieder der Niederstettener Feuerwehr - siehe Bild -  mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.

Zuvor hatte der Kreisbrandmeister lobend Stellung zum guten Ausbildungsstand der Niederstettener Wehr sowie zur vorgesehenen externen Bedarfsplanung Stellung bezogen. Auch er würdigte den „mutigen Schritt“ der Kinderfeuerwehr. In Sachen Fördermittelzuweisung sagte er Unterstützung nach Kräften zu. 

 

©Text & Fotos: Inge Braune

Gelesen 2507 mal Letzte Änderung am 23. Feb. 2016