13. Jul. 2016

Unternehmen ist technologisch auf dem Vormarsch

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Unternehmen ist technologisch auf dem Vormarsch Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Werkzeugtechnik Niederstetten Spezialist für „berührungslose“ Produktion

Seit nunmehr 20 Jahren behauptet sich die Werkzeugtechnik Niederstetten GmbH & Co. KG (WTN) am Markt als kompetenter Partner für die Umformtechnik. Wenn Umformwerkzeuge sowie Präzisionsteile aller Art aus Stahl und Hartmetall benötigt werden, ist dieses Unter-nehmen die richtige Adresse. Seit einigen Jahren zählt WTN zu den Spezialisten in der PECM-Technologie. Dieses berührungslose Abtragsverfahren ermöglicht die Bearbeitung nahezu aller metallischen Werkstoffe und garantiert die Herstellung hochgenauer Bauteile. Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises überzeugte sich in diesen Tagen von der Leistungsstärke des zur Würth-Gruppe gehörenden Unternehmens.

1996 wurde das Unternehmen zunächst mit drei Beschäftigten gegründet. Nach rund 20 Jah-ren kann eine überaus positive Bilanz gezogen werden: Rund 90 Mitarbeiter, darunter durch-schnittlich 15 Auszubildende, sind heute in diesem Haus beschäftigt. „Wenn es um die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Umformwerkzeugen geht, sind wir erster Ansprechpartner“, sagt Geschäftsführer Uwe Traub.

Gemeinsam mit Dieter Prümmer, dem Mann der ersten Stunde, sowie Ausbildungsleiter Gerhard Stauch wurden die Vertreter der Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises, Dezernent Jochen Müssig und Amtsleiter Rico Neubert, über das Unternehmen informiert. An diesem Betriebsbesuch nahm auch Bürgermeister Rüdiger Zibold teil.

Das Unternehmen erwirtschaftet heute rund acht Millionen Euro Umsatz im Jahr und kann auf treue Arbeitnehmer bauen. „Das Bekenntnis zum und der Einsatz für das Unternehmen sind tagtäglich spürbar“, sagte Uwe Traub weiter. Er informierte über die Unternehmensgeschichte bis zum heutigen Technologiestand. Heute werden auf Kundenwunsch Umformwerkzeuge und Präzisionsteile durch Drehen, Schleifen, Fräsen, Erodieren und PECM hergestellt.

Neu ist die PECM-Technologie. Durch einen gepulsten Gleichstrom wird das Metall mittels Salzwasser gezielt bis hin zur gewünschten Form aufgelöst. „Hierbei erfolgt der Abtrag be-rührungslos, das heißt zwischen Werkzeug und Werkstück entsteht keinerlei Kontakt“, be-richtet der technische Geschäftsführer, Dieter Prümmer. „Diese Technologie wenden euro-paweit bislang nur ganz wenige Betriebe an, und damit ist WTN auf dem Weg in eine erfolg-reiche Zukunft“, bestätigte Geschäftsführer Uwe Traub.

Dieses Verfahren kann unter anderem in der Medizintechnik für den Einsatz von Implantaten wertvolle Weiterentwicklungen bieten. WTN setzt deshalb auch im Haus intensiv auf Ausbildung, um die benötigten Fachkräfte für die tagtäglichen Herausforderungen zu gewinnen. Forschung und Entwicklung werden unablässig fortgesetzt, um den technischen Weiterent-wicklungen der Industrie gerecht zu werden. „Heute können wir unsere Kunden auch mithilfe von Simulationen beraten und aufzeigen, wie das Werkstück aussehen kann“, berichtete Dieter Prümmer. „Um diese Prozesse erfolgreich zu gestalten, benötigen wir Mitarbeiter mit Leidenschaft und Ideen. Nur dann können die Entwicklungen in der Prozesstechnik positiv gestaltet werden“. Wie Bürgermeister Rüdiger Zibold feststellte, entspricht dies auch dem Grundgedanken „Learning bei doing“.

Auf Nachfrage von Dezernent Jochen Müssig wurde berichtet, dass sich die Ausbildung im Bereich Werkzeugmechaniker/-in bewegt. Nach der Ausbildung bei WTN können dort weitere Berufserfahrungen gesammelt werden, um dann beispielsweise die Ausbildung zum Meister oder Techniker fortzusetzen. So wird ein guter Erfahrungsschatz geschaffen, der auch auf die weiteren Mitarbeiter im Hause WTN übertragen werden kann.

Die Auszubildenden besuchen die Gewerbliche Berufsschule in Bad Mergentheim. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, sagte Ausbildungsleiter Gerhard Stauch. Sorge bereiten die sich immer häufiger ergebenden Kleinklassen. „Es ist eine klare Botschaft des Kreistages des Main-Tauber-Kreises, dass die drei im Main-Tauber-Kreis ansässigen beruflichen Schulzen-tren beibehalten, fortentwickelt und so auch gestärkt werden“, erklärte Dezernent Jochen Müssig hierzu.

Im Rahmen des Betriebsbesuches wurde deshalb intensiv über die Gewinnung von Nachwuchskräften und Mitarbeitern gesprochen. Es wurde übereinstimmend bestätigt, dass noch ein gewisses Arbeitskräftereservoir bei weiblichen Arbeitnehmern besteht. Die Firma WTN wird deshalb auch für den gewerblich-technischen Bereich verstärkt Frauen ansprechen, beispielsweise mit Umschulungen und Qualifizierungen.

Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, Arbeitskräfte aus dem Kreis der Flüchtlinge durch Schnuppertage an das Berufsleben heranzuführen. Gemeinsam mit Amtsleiter Rico Neubert lud Dezernent Jochen Müssig die Geschäftsführung zudem ein, am ausgelobten Zukunftspreis des Main-Tauber-Kreises teilzunehmen. Der Zukunftspreis Main-Tauber-Kreis ist in diesem Jahr dem Thema „Ausbildung – Karriere daheim“ gewidmet und würdigt Unternehmen, die besondere Maßnahmen ergreifen, um junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern.

Dem Informationsgespräch schloss sich ein Betriebsrundgang an. Hierbei informierte Dieter Prümmer über die PECM-Anlagen und die weiteren Dreh-, Schleif-, Fräs- und Erodiertechni-ken. Die Vertreter der Wirtschaftsförderung und Bürgermeister Rüdiger Zibold dankten der Unternehmensleitung für die Informationen und sprachen ihre Anerkennung für die erreichte unternehmerische Leistung aus. lra

 

BILD:
Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises besuchte in diesen Tagen das Unternehmen Werkzeugtechnik Niederstetten (WTN) (von links nach rechts): Technischer Ge-schäftsführer Dieter Prümmer (WTN), Bürgermeister Rüdiger Zibold (Niederstetten), Ge-schäftsführer Uwe Traub und Ausbildungsleiter Gerhard Stauch (beide WTN) sowie Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis

 

 

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