Friedrich Witt

Jenaer Sinfonie Jenaer Sinfonie

Komponist

Friedrich Witt wurde 1770 (im gleichen Jahr wie Ludwig van Beethoven) in Niederstetten geboren und hier in der Jakobskirche getauft. 1789 wurde er in die Hofkapelle des Fürsten Kraft Ernst von Oettingen-Wallerstein aufgenommen. Ein Unterricht bei Antonio Rosetti wird vermutet, kann aber nicht belegt werden. 1796 verließ Witt Wallerstein und begab sich auf eine mehrjährige Konzertreise, die ihn unter anderem nach Wien führte. Dort befanden sich unter den Zuhörern eines seiner Konzerte auch Joseph Haydn und weitere führende Persönlichkeiten des Wiener Musiklebens. Das Konzert war ein großer Erfolg und brachte Witt mehrere Anfragen nach weiteren Konzerten ein. Im Frühjahr 1802 wurde er zum Hofkapellmeister in Würzburg (wo er bis zum seinem Lebensende blieb) berufen, ab 1814 war er auch Kapellmeister am Theater in Würzburg.

Zu Witts musikalischen Vorbildern zählen Antonio Rosetti und Joseph Haydn. Gerade in den langsamen Sätzen seiner Werke gelangen ihm sehr stimmungsvolle Kompositionen, in denen er sich als echter Romantiker zeigt. Seine Werke zeichnen sich durch eine farbige Instrumentierung mit Holzbläsern und Hörnern aus. Im Zentrum seines Schaffens stehen 23 Sinfonien, daneben schuf er auch Instrumentalkonzerte, Kammermusik, Messen und weitere geistliche Werke. Sein bekanntestes Werk ist die "Jenaer Sinfonie", die von der Musikwissenschaft ein halbes Jahrhundert lang für ein Werk von Ludwig van Beethoven gehalten wurde, was viel über die Qualität von Witts Musik aussagt. Auch der bekannte Schriftsteller und Komponist E. T. A. Hoffmann äußerte sich in einer Rezension von Witts Sinfonien sehr lobend über Witts Kompositionen.
(Thomas Martin im Programm „Festliche Bläsermusik von Händel bis Witt“)

Niederstetten und Friedrich Witt

Im Heimatbuch der Stadt Niederstetten hat Iris Berner-Ajdnik einen verdienstvollen Artikel über Friedrich Witt und seinem Stiefbruder Heinrich Düring (1778 – 1858) geschrieben. (Das Heimatbuch der Stadt Niederstetten, 650 Jahre Stadt Niederstetten, herausgegeben von Walter Krüger, ist nach wie vor sehr empfehlenswert(!) und im Rathaus Niederstetten bei der Stadtkasse zu 12,50 € erhältlich)

Niederstetten ehrte Friedrich Witt mit einem Konzert und Festvortrag 1970 zum 200. Geburtstag. Auch bei den Stadtjubiläen wurden Werke Witts aufgeführt: 1991 bei der Feier zu 650 Jahre Niederstetten und 2001 zum 1200-jährigen Jubiläum Niederstetten.

Ausstellung zu Friedrich Witt in der Alten Schule Niederstetten

Gerhard Götz entdeckte im Hohenloher Zentralarchiv in Neuenstein zwei Messen in Einzelstimmen von Friedrich Witt, überführte sie in das heutige Notenbild, stellte die Partituren zusammen und führte sie in Künzelsau auf. Seine Beschäftigung mit Friedrich Witt führte zur Erstellung mehrerer Vitrinen. In der ersten Vitrine geht es um Witts Leben, seine Lebensstationen und die Wirkung seines Werks. In der zweiten Vitrine wird der Prozess der Umschreibung und das Zusammenfügen der Handschriften in ein heutiges Notenbild veranschaulicht – nicht nur für Musiker interessant! Zu hören sind die von Götz aufgefundenen und aufgeführten Messen von Friedrich Witt. Die Vitrinen sind im Foyer im 2. Stock der Alten Schule Niederstetten (Lange Gasse 32) zu besichtigen.

Friedrich Witt in der Städtischen Mediothek Niederstetten

Von Witt stehen mehrere CDs zur Ausleihe zur Verfügung (Orchesterwerke u.a. Jenaer Symphonie in C-Dur, Flötenkonzert, Kammermusik für Bläser und Streicher). Für Interessierte: es gibt mehrere CDs im Handel sowie Werke von Witt im Internet auf YouTube.com.